Dr. Oliver Pott ist doch bekannt, oder? Gründer und CEO des Schulungs-Portals founder.de. Seit 10 Jahren mit dem Portal aktiv. Autor mehrerer Coaching-Kurse im Bereich Online-Marketing und insgesamt ein bekannter Name in der Szene.

Allerdings ist es in letzter Zeit etwas ruhiger um ihn geworden. Produkt-Launches sind selten. Hin und wieder bewirbt er über seinen großen Newsletter-Verteiler Info-Produkte anderer Autoren. Das gab es früher so nicht. Einige seiner Produkte wurden in letzter Zeit sogar über das Portal im Abverkaufspreis abgegeben. Man fragt sich, warum?

Aber dieser Tage hat er sich wieder gemeldet und zu einem Webinar mit mindestens 2 Terminen eingeladen. Das Thema?

Ihr Weg zum eigenen App-Business

Es geht um Smartphone-Apps als Geschäftsidee und wie man selbst, auch ohne Programmierkenntnisse, lukrative Apps erstellen kann. Letztendlich läuft das Webinar auf einen Verkauf hinaus. Zunächst aber weist Dr. Pott anhand einiger Statistiken nach, dass der Smartphone-Markt immer noch und weiterhin wächst. Natürlich wirkt sich das auch positiv auf den Verkauf von Apps aus. Laut Statistik soll wohl durchschnittlich jeder Smartphone-Nutzer 60 Apps auf dem Gerät haben. Und sicher gibt es Beispiele, dass findige Programmierer mit Apps und Spielen reich geworden sind oder zumindest ein recht nettes Einkommen haben.

Allerdings weist Dr. Pott richtigerweise auch darauf hin, dass man nicht davon ausgehen kann, das nächste Whats-App oder ähnliches auf den Markt zu bringen. Wie bei anderen Online-Geschäften auch, sieht er das Finden von Nischen als die richtige Strategie an. Nach seinen Worten hat jeder spezielle Interessen und Kenntnisse, mit denen er anderen bei der Lösung eines Problems oder der Erfüllung eines Wunsches helfen kann. Das hat man so auch schon von anderen Coaches im Bereich Online-Geld-Verdienen gehört. Trotzdem sollte man erst einmal prüfen, ob man mit seiner Idee in eine Nische zielt, in der sich auch ein Markt auftut. Oder anders gesagt, ob sich genügend Leute finden, die bereit sind, für meine speziellen Kenntnisse Geld zu bezahlen. Um diese Nischenfindung und das Testen der eigenen Produktidee drehen sich manche komplette Coachings für teuer Geld.

Hat man nun dieses Problem soweit gelöst und ist sicher, dass die eigene Idee, verpackt in eine App, auch wirklich Geld einbringt, bleibt immer noch das Problem der Programmierung. Klar kann man einen Programmierer beauftragen. Aber das kostet schon ein paar Scheine und kann schnell teuer werden. Doch dafür hat Dr. Pott DIE LÖSUNG in Gestalt seines eigenen App-Designers. Eine Software, mit der man, ganz ohne Programmierkenntnisse, seine App einfach so zusammenklickt. Sagt er jedenfalls. Zum Beweis dienen diverse Screenshots der Bedienoberfläche der Software. Eine Live-Vorführung ging wohl nicht, weil das die Webinar-Software nicht zugelassen hat. Nun ja.

Zur Software gehören noch ein paar Schulungsvideos, zur Nischenfindung, zur Bedienung der Software und zur Vermarktung der Apps. Angeboten werden ein Standard- und ein Platin-Paket. Sie unterscheiden sich im Umfang der Schulungsvideos und den Features der Software. Die Preise liegen bei 199,- EUR für die Standard- und bei 399,- EUR für die Platin-Variante.

So weit – so gut. Oder auch nicht. Die Software wird sicher funktionieren. Das konnte ich noch nicht testen. Allerdings kann man von so einem Baukasten keine Wunder erwarten. Das ist klar. Schlimmer ist, dass die Software von 2012 stammt. Und seither offensichtlich keine Updates erfahren hat. Die Bedienoberfläche enthält zwar eine Button für Updates und einen Button für die Homepage zur Software. Aber beide Links führen nur zur Fehlerseite von founder.de.

Ist das schon mal ärgerlich, so ist das beiliegende Schulungsmaterial ein Desaster. Die meiner Platin-Version (ja, ich war so verrückt) beiliegenden 6 Videos sind lediglich Mitschnitte einer Webinarserie, die Dr. Pott vor Jahren zum Thema Smartphone-Apps veranstaltet hat. Pikanterweise wird überhaupt nicht auf den App-Designer eingegangen. Zur App-Erstellung wird im Webinar die englische  Online-Software app-maker gezeigt. Das ist schlicht eine Frechheit und stimmt in keiner Weise mit den Versprechungen überein, die auf der Verkaufsseite von Dr. Pott zum Schulungsmaterial gemacht werden. Hier mal spaßeshalber der Link zu dieser marktschreierischen Seite: http://www.founder.de/app-business/kaufen/. Bei dem aufgerufenen Preis grenzt das dann doch schon an arglistische Täuschung, oder?

Die Krone ist dann aber der Support von founder.de. Natürlich habe ich mich umgehend über des Schulungsmaterial per Email beschwert und mit Widerruf gedroht. Das ist jetzt 8 Tage her. Ich habe bis jetzt nicht einmal eine Eingangsbestätigung zu meiner Beschwerde. Wirklich ein toller Umgang mit Ihren Kunden, Herr Dr. Pott! Mir waren die Pott-Produkte ohnehin schon immer überzogen teuer. Aber nun hat sich für mich das Thema founder.de endgültig erledigt. Es gibt etliche andere Coaching-Anbieter in der Online-Marketing-Szene, bei denen man wirkliches Nutzwert und wirkliches anwendungsbereites Wissen zu einem annehmbaren Preis erhält!

PS am 16.09.2015

Dr. Oliver Pott ist wieder aktiv geworden. Mit seinem heutigen Mailing bewirbt er den Vertrieb von Bildschirmschonern als lukratives Geschäftsmodell. Hier geht es ebenfalls wieder um eine Software zur Erstellung der Bildschirmschoner und um begleitende Coaching-Videos.

Aber mal ernsthaft – Bildschirmschoner?? Wer kauft sich denn heute noch ´nen extra Bildschirmschoner für seinen Rechner oder läßt sich einen erstellen? Das ist doch ein hornbeinaltes Geschäftsmodell aus der Zeit der Röhrenmonitore. Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass man damit heutzutage noch ordentlich Geld machen kann. Ihr etwa? Ich weiß nicht, warum Dr. Pott seinen Kunden solche ollen Kamellen aufschwatzen will. Das kommt mir nicht gerade seriös vor!

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6 Gedanken zu “App-Business als große Chance? (nach Dr. Oliver Pott)”

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