Jaa, ich weiß, über Dr. Pott und seine Aktivitäten habe ich hier schon ein paarmal geschrieben. Aber ich kann ja nichts dafür, wenn er mir immer wieder negativ auffällt.

Gerade heute hatte ich wieder eine Email von Dr. Pott im Kasten. Der Betreff lautet:“Neu: Der Founder Business Designer“. Und da geht es schon los. Das Teil ist keinesfalls neu! Ich hatte sofort das sichere Gefühl, dass ich das Produkt schon in der Vergangenheit gesehen habe. Und wenn man ein wenig im Internet sucht, dann findet man dazu einige Infos aus vergangenen Jahren. Ist ja unschwer am Datum zu erkennen, wann ein Blog-Artikel geschrieben wurde. Und wenn in einem Blogpost von 2015 auf das Produkt Bezug genommen wird, dann gab es das damals schon.

Der zweite Hinweis auf das Alter des angepriesenen Produktes findet sich, wenn man die Beschreibung anschaut. In meiner Email heißt es: „Damit Sie mit Ihrer Website auch tatsächlich erfolgreich sind und Geld verdienen, müssen Sie mit einem Websitebaukasten arbeiten, der Ihnen nicht nur eine attraktive Website erstellt, sondern Ihnen darauf aufbauend direkt die erfolgreichsten Internet-Geldströme integriert.“ Weiter geht es mit: „Kurz: Sie erstellen den Content (oder lassen ihn erstellen) – der Founder Business Designer fügt dann 3 Geld-Ströme hinzu und erstellt eine komplette, fix & fertige Website!“

Die drei versprochenen Geldströme sollen durch die automatische Integration von Google Adsense-Anzeigen, Affiliate-Marketing und das Amazon aStore-System realisiert werden. Wie bitte – Amazon aStore??

 

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Amazon aStore war ein Bestandteil des Amazon PartnerNet und ermöglichte es Webseitenbetreibern, ohne Programmieraufwand einen Amazon-Store mit zum Thema der Webseite passenden Produkten in die eigene Seite zu integrieren. Klingt erstmal gut. Aber der springende Punkt ist das Wörtchen „war“. Der Amazon aStore wurde bereits am 31.08.2015 aus dem Amazon PartnerNet entfernt. Dieser Website-Baukasten ist also noch wesentlich früher erschienen, als noch nicht bekannt war, dass der aStore abgeschafft wird.


Aber das Alter dieses als Neuheit angepriesenen Produktes ist noch nicht einmal das Schlimmste. Obwohl allein das schon ein fieser Marketing-Trick ist. Trotzdem kann ja ein älteres Produkt gut sein und seinen Zweck erfüllen. Zumal dann, wenn es aktualisiert wurde. Nur bin ich mir sicher, dass das nicht passiert ist. Da Herr Dr. Pott sowohl in der erwähnten Email als auch auf der Verkaufsseite ausdrücklich den aStore als „Geldstrom“ anpreist, wird ihm wohl entgangen sein, dass es ihn schon lange nicht mehr gibt. Also dürfte er keine Veranlassung für eine Überarbeitung seines Produktes gesehen haben. Dass ihm dieser Fauxpax unterlaufen ist, ist aber schon ein Armutszeugnis für jemanden, der sich selbst als großen Internet-Unternehmer und Coach hinstellt.

Oder, schlimmer noch, es ist Herrn Dr. Pott Wurscht, ob sein Produkt den Kunden überhaupt etwas bringt. Und ehrlich gesagt, glaube ich eher Letzteres. Denn es ist ja nicht das erste Mal, dass er altes Zeug aus seinem Lager verkloppt.

 

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Aber mal abgesehen von dieser Nichtaktualität des Angebotes bleibt auch noch die generelle Frage, ob man mit diesem Package überhaupt ein profitables Online-Business aufbauen kann. Bei Dr. Pott liest sich das ja immer so, als ob jeder Neuling mit so einem „Komplettpaket“ ratz-fatz eine Webseite erstellen kann, die von ganz allein Unmengen von Geld produziert. Dem ist natürlich nicht so!


Mag ja sein, dass sich mit dem Website-Baukasten wirklich schnell eine Internet-Seite bauen lässt. Aber damit ist die Arbeit längst nicht getan. Bevor es überhaupt losgeht mit der Website-Bastelei muss man sich erst einmal Gedanken darüber machen, welches Thema die Seite behandeln soll. Und da man Geld verdienen will, muss die Seite in einer sogenannten „profitablen Nische“ angesiedelt sein. Es muss genug potentielle Interessenten für das Thema geben. Das ist überhaupt nicht trivial. Es gibt ganze Bücher und umfangreiche Online-Kurse zum Thema Nischenfindung.

 

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Dann muss man diese Seite auch noch mit Inhalt füllen. Der kommt natürlich nicht aus dem Website-Baukasten. Und dieser Inhalt muss für die Besucher der Seite so interessant sein, dass sie auf der Seite verweilen und möglichst auf die eingebundene Werbung klicken. Man sollte sich also mit dem Thema der Seite auskennen. Selbst dann, wenn man die Texte schreiben lässt. Denn man muss dem Texter genau sagen, was man haben will und muss das Ganze auch kontrollieren, bevor man es online stellt.


Die nächste Aufgabe ist die Einbindung der Werbung. Mit Google Adsense ist das noch recht einfach. Hier meldet man sich bei Google Adsense an, bekommt seinen Code und bindet den an der vom Website-Baukasten vorgesehenen Stelle in die Seite ein. Die Werbung wird dann automatisch von Google passend zum Thema der Seite eingespielt. Mit Amazon und dem „Geldstrom“ Affiliate-Marketing ist das schon schwieriger. Amazon aStore fällt schon mal flach, da nicht mehr existent. Die Käufer des Baukastens werden sich wundern, dass der Teil nicht funktioniert. Natürlich kann man auch auf andere Art und Weise Amazon-Werbung in die Seite integrieren. Aber wie das funktioniert, muss der arme Dr. Pott-Kunde nun allein herausfinden. Und für Affiliate-Marketing muss der Webseitenbauer passende Partnerprogramme finden, sich anmelden und auch hier wieder die Werbemittel an der vom Website-Baukasten vorgesehenen Stelle einbinden. Allein die Suche nach passenden Partnerprogrammen ist schon sehr aufwendig.

 

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Hat der Käufer des Paketes das nun alles wider Erwarten geschafft, kommt die erfahrungsgemäß größte Hürde und das ist die Traffic-Generierung. Denn ohne interessierte Besucher nützt ja die schönste Internet-Seite nichts und der Traum vom schnellen „Geldstrom“ löst sich ganz schnell in Rauch auf! Hier hilft der Website-Baukasten gar nichts. Nun gehören zum Paket auch ein paar Anleitungen, deren Inhalt ich nicht kenne. Meine Erfahrungen von anderen Pott-Produkten sagen mir aber, dass man da nicht allzu viel erwarten kann.


Angesichts der vielen Arbeit, die trotz Website-Baukasten zu tun bleibt und die ein Anfänger nicht so ohne weiteres bewältigen wird, bleibt die Frage, welchen Nutzwert das Produkt überhaupt hat. Letztendlich baut der Website-Baukasten lediglich den Rahmen einer Website und legt die Platzhalter für die einzubindende Werbung fest. Das kann man aber auch mit WordPress oder einem kostenlosen Online-Website-Baukasten wie der Basisversion von Jimdo realisieren. Und dafür muss man auch kein Experte sein. Für mich ist der Nutzwert des Paketes also eher zweifelhaft. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

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Aber Ihr könnt Euch gern selbst ein Bild machen. Hier ist der Link zur Verkaufsseite (kein Affiliate-Link):

http://www.founder.de/business-designer/

Eure Meinung zu dem Thema interessiert mich – also gerne hier unten oder auf meiner FB-Fanpage kommentieren. Ganz besonders interessiert mich, ob jemand von Euch das Paket gekauft und welche Erfahrungen er gemacht hat.

UPDATE vom 18.01.2017:

Es ist wirklich unglaublich! Dr. Pott greift weiter in seine Mottenkiste und versucht, seine ollen Kamellen an gutgläubige Kunden zu verticken. Diesmal geht es, wieder einmal, um den Founder App Designer. Über dieses Stück Software samt Video-Kurs hatte ich schon am 10.09.2015 einen Artikel geschrieben. Und schon damals waren Software und Kurs über 5 Jahre alt. Wenn Ihr Näheres wissen wollt, lest meinen Artikel. Im Übrigen kann ich wirklich nur davor warnen, dieses Paket zu kaufen. Es ist in jeder Hinsicht rausgeschmissenes Geld!

 

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