Ja ich weiß, diese Überschrift habe ich schon zweimal benutzt. Damals ging es um das Dilemma beim inzwischen dahingeschiedenen Projekt Onebiz und der Rolle von Heiko Häussler bei diesem Spiel. Nun ja, Onebiz ist (leider) Geschichte und Heiko Häussler beglückt uns nunmehr höchst persönlich und ohne seine Netzverdienst.com AG im Hintergrund von England aus mit Emails, Podcasts und Infoprodukten. Das soll uns aber jetzt nicht weiter beschäftigen.

Jeder, der im Internet Produkte anbietet, muss mit sich selbst abmachen, ob er sein Geschäft ehrlich und zum Nutzen seiner Kunden betreibt. Ehrlich meint in diesem Zusammenhang, dass trotz allem Marketinggetrommels keine Versprechnungen gemacht werden, die die Produkte dann nicht halten. Und dass man auch mit seinen Wettbewerbern einigermaßen fair umgeht.

Eigentlich ganz normale menschliche Verhaltensweisen, sollte man meinen. Aber das nicht jeder so handelt und dass nicht jedes Infoprodukt sein Geld wert ist, wisst Ihr ja alle selbst. Mir geht es aber heute mehr um den fairen Umgang mit den Mitbewerbern. Ich bin da nämlich auf eine „ganz schlaue“ Masche gestossen.

Unser Affiliate-König Ralf Schmitz hat im Rahmen seines Kurses „Das Laptop-Business“ die sogenannte „Review-Strategie“ propagiert. Der Kurs umfasst ja einige Strategien, die es Affiliates ermöglichen, auch ohne eigene Webseiten Geld mit der Empfehlung fremder Produkte zu verdienen. Bei der Review-Strategie werden die betreffenden Produkte, für die der Affiliate werben will, in Videos vorgestellt und bewertet. Diese Videos werden über Youtube verbreitet und in der Beschreibung unter dem Video findet sich dann der (hoffentlich gecloakte, also maskierte) Affiliate-Link. Soweit einfach und klar. Es scheint aber auch anders zu gehen.

Vor einiger Zeit hat Marko Slusarek mit großem Erfolg seinen Kurs „Azon Master“ gelauncht. In diesem Kurs zeigt er, wie er mit einer Vielzahl von Nischenseiten physikalische Produkte (also Produkte zum Anfassen) bewirbt und bei Käufen über seine Seiten Provisionen kassiert. Dazu nutzt er häufig Produkte von Amazon, daher der Name des Kurses.

Klar, dass einige Affiliates Review-Videos gedreht und damit den Kurs beworben haben. So auch ein gewisser Herr Michael Gluska. Er hat sich die Mühe gemacht und insgesamt 3 (!) Review-Videos online gestellt. Im ersten und zweiten Video gibt er einen Überblick über die Module 1 bis 3 (von 4) des Kurses und scheint ganz angetan vom Kurs selbst und von dem durch Marko Slusarek angebotenen Support. Im dritten Video erklärt Herr Gluska aber ganz überraschend, dass er den Kurs zurückgegeben hat und warum er das tat. Unter anderem bemängelt er, dass sich der Kurs stark auf Amazon stützt, Amazon aber auch schnell mal das Affiliate-Konto sperrt, vor allem, wenn man sich nicht an die Richtlinien hält. Und im Kurs empfiehlt wohl Marko Slusarek, aus einem Popup per Affiliate-Link auf Amazon zu verlinken, was Amazon verbietet. Darüber hinaus bemängelt er, dass bei genauer Umsetzung des Kurses weitere Kosten auf den zukünftigen Affiliate für WordPress-PlugIns und -themes sowie durch das Outsourcen der Keyword-Recherche an Fiverr und das Schreiben von Texten an Textbroker zukommen. Nun ja, ein Business erfordert natürlich auch immer einige Betriebskosten. Und die Outsourcerei muss man ja nicht unbedingt machen. Also diese Begründungen sind nicht unbedingt zwingend.

Jetzt kommt aber erst der Knackpunkt. Unter den 3 Videos findet sich nicht etwa ein Affiliate-Link zum Azon-Master-Kurs, sondern zur Seite infomediashop.de. Und auf dieser Seite präsentiert sich Herr Gluska mit einem schönen Video und verkauft seinen Kurs „Amazon Inside – in 10 Schritten zum lukrativen Amazon Business“. Nachtigall, ick hör Dir trapsen. Herr Gluska segelt unter falscher Flagge. Mit seinen Reviews nutzt er die Popularität des Slusarek-Kurses aus und bietet, leicht getarnt, seinen eigenen Kurs an. Das ist doch mal geschickt, oder? Sein erstes Video hat immerhin über 8000 Aufrufe. Das zweite hat nur einige hundert, das dritte dann aber wieder fast 2000. Herr Gluska hat einen eigenen Youtube-Kanal mit einer ganzen Reihe von Review-Videos. Da stechen die Videos zum Azon-Master mit der Anzahl ihrer Aufrufe aber weit hervor.

Michael Gluska hat also die Popularität des Azon-Master sehr geschickt für die Bewerbung seines eigenen Kurses ausgenutzt. Und das hat sich auch gelohnt. Das Video zu seinem eigenen Amazon-Kurs hat mittlerweile weit über 5000 Aufrufe. Wenn man sich anschaut, dass die meisten seiner anderen Videos weniger als hundert Aufrufe haben, ist das schon toll.

Aber fair finde ich diese Herangehensweise nicht! Was sagt Ihr dazu?

 

4 Gedanken zu “Ehrliches Online-Marketing?”

  • Danke für deine tollen Beitrag. Fair oder nicht, das ist hier die Frage? Wenn ich ein Produkt anbieten kann, was einen wirklichen Mehrwert liefert und nicht voller Nebenkosten steckt, ist das doch nur legitim. Diese Strategie kann übrigends jeder machen, und unter eigenen Reviews Videos anderer Produkte sein eigenen Link setzen. Das hat nichts mit fair oder unfair zu tun, sondern mit Online Marketing. P.S. schon mal davon gehört, das man Vews kaufen kann? Übrigend auch eine Marketing Strategie um bei Youtube sein Video zu pushen. Also nichts für ungut.

    • Hallo Michael, besten Dank für Deinen Kommentar. Klingt so, als wäre ich Dir auf die Zehen getreten? Ich will jetzt nicht über die Inhalte der Kurse von Marko Sluzarek und Dir sowie über die von Dir bemängelten „Folgekosten“ in der Vorgehensweise von Marko diskutieren. Wem der Kurs nicht gefällt, der kann ihn ja zurückgeben. So wie Du es auch getan hast. Was mich stört ist, dass Du Dich mit Deinen Review-Videos an die Popularität von Marko ranhängst, aber über die Hintertür Deinen eigenen Kurs bewirbst. Am Schluss des 3. Videos sagst Du ganz klar, dass derjenige, der dennoch Interesse am Azon Master hat, unter dem Video den Link zum Kurs findet. Dort ist aber KEIN Link. Dafür findet sich in dem von Dir eingestellten ersten Kommentar zum Video der Link zu DEINEM Kurs. Bei den ersten beiden Videos ist auch kein Link zum Sluzarek-Kurs, sondern ebenfalls nur zu Deinem Produkt. Das finde ich nicht korrekt. Klar kann jeder so vorgehen und klar kann man auch Views für seine Youtube-Videos kaufen. Dass man das tun kann, heisst aber noch lange nicht, dass es okay ist. Ist jedenfalls meine Meinung – nichts für ungut. Trotzdem wünsche ich Dir weiter viel Erfolg für Deine Vorhaben, besonders auch für Deine Kooperation mit Henry Landmann. Beste Grüße, Jörg

  • Na ja, lieber Jörg,

    indem du mit dem Hinweis auf die Überschrift Michael Gluska mit Heiko Häusler sozusagen in einen Topf wirfst, handelst du aber auch nicht gerade sehr fair. Denn Heiko Häusler ist ein echter Gauner, der zig – oder Hunderte? – Leute richtig fies über den Tisch gezogen und die Öffentlichkeit nach Strich und Faden belogen hat. Dessen merkwürdige Rechtfertigung: Fehler müssen sein.

    Wie absurd ist das denn?

    Na ja, ich gehe auch nicht davon aus, dass du Michael mit den Machenschaften von HH wirklich vergleichen möchtest, aber du siehst, wie leicht man selbst sich einer Kritik aussetzt durch eine Handlung, die vielleicht nicht bis ins Letzte durchdacht ist.

    Ich kann zu Michael nicht viel sagen, weil ich bislang kein Produkt von ihm geordert habe, aber er macht durchaus einen kompetenten und ehrlichen Eindruck.

    Halt, stimmt so gar nicht, ich hab doch schon etwas von ihm erworben, und zwar kostenlos wirklich gute Informationen und einen Kurs mit diversen Videos für 1 EUR. Ist alles äußerst seriösen und verständlich aufbereitet.

    Was sein Amazon-Business angeht, so habe ich mir zwar einmal ein Autowebinar angeschaut, konnte mich allerdings nicht dafür erwärmen. Das hängt aber weniger mit dessen Angebot als vielmehr mit meiner kritischen Haltung Amazon gegenüber zusammen; ich selbst kaufe dort seit Jahren kein einziges Produkt mehr, also kann ich auch nicht mit gutem Gewissen Geld auf diese Art verdienen. Allerdings habe ich auf Kindle einen eigenen Ratgeber im Angebot – ich weiß nicht, ob das inkonsequent ist.

    Gruß
    Jan

    • Hallo lieber Jan!

      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar.

      Natürlich werfe ich Michael Gluska und Heiko Häussler nicht in einen Topf. So stand es ja auch nicht drin in meinem Artikel. Und ich glaube, er selbst hat es auch nicht so verstanden. Sonst wäre sein Kommentar wohl anders ausgefallen. 🙂

      Wenn man öffentlich in Erscheinung tritt, so wie ich mit meinem Blog, dann muss man auch gelegentlich mit Gegenwind rechnen. Mißverständnisse inbegriffen. Aber schließlich hat jeder ein Recht, seine eigene Meinung zu äußern. Wäre ja auch schlimm, wenn sich alle immer gegenseitig Honig ums Maul schmieren würden.

      Zu Michael Gluska als Person kann ich ebenfalls nichts sagen, da wir (bis auf seinen Kommentar) noch keinen Kontakt hatten. Auch zu seinen Produkten bin ich wenig ausagefähig. Aber das war ja auch nicht Gegenstand des Artikels, sondern nur seine Herangehensweise, die Popularität eines Kollegen und dessen Produktes auszunutzen, um dem User verdeckt seinen eigenen Kurs unterzujubeln. Das finde ich immer noch nicht ganz koscher. Ist aber kein Vergleich mit der miesen Masche, mit der HH so unterwegs war. Das will ich hier nochmal betonen.

      Wenn Du Amazon ablehnst und nicht nutzt, aber trotzdem Deinen Ratgeber via Kindle vertreibst, ist das natürlich inkonsequent. Andererseits gibt es aber keine bessere Plattform, um eigene Bücher unter die Leute zu bringen. Insofern würde ich mir da keine Gedanken machen. Du schadest ja niemandem.

      Ich freue mich auf weitere Kommentare von Dir. Beste Grüße, Jörg

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